Publiziert von: Oliver Stens
Bereitgestellt: 21.09.2026
Am Eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag laden uns die folgenden biblischen Lesungen ein, innezuhalten und unser Leben neu auf Gott auszurichten. Im Buch Jesus Sirach (Sir 17,24–29) begegnen wir einem barmherzigen Gott, der den Menschen zur Umkehr einlädt, ihm Vergebung schenkt und ihn ermutigt, das Leben dankbar anzunehmen. Das Evangelium (Lk 17,11–19) erzählt von zehn Aussätzigen, die Jesus heilt. Doch nur einer von ihnen kehrt zurück, um Gott zu loben und Jesus zu danken. Seine Umkehr wird zum Zeichen eines Glaubens, der über die erfahrene Heilung hinausgeht.
von Oliver Stens,
„Einer von ihnen kehrte um.“
Liebe Schwestern und Brüder!
Zehn Menschen werden geheilt. Aber nur einer kommt zurück.
Diese kleine Beobachtung im Evangelium passt recht gut zum Eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag.
Denn dieser Feiertag stellt uns drei Worte vor Augen: Dank, Busse und Gebet.
Beginnen wir mit dem Dank.
Die zehn Aussätzigen erhalten etwas, was ihr ganzes Leben verändert. Sie werden gesund. Sie können zurückkehren in ihre Familien und in die Gesellschaft.
Aber nur einer hält inne.
Nur einer merkt: Das ist nicht selbstverständlich.
Vielleicht liegt genau darin die Bedeutung von Dankbarkeit.
Sie lässt uns entdecken, dass vieles in unserem Leben eben nicht selbstverständlich ist.
Menschen, die uns begleiten. Gesundheit. Freundschaft. Frieden. Unsere wunderschöne Landschaft. Ein neuer Tag.
Wir leben in einer Zeit, in der uns ständig gezeigt wird, was uns noch alles fehlt. Was andere besitzen, erleben oder erreichen.
Und Dankbarkeit verändert diese Blickrichtung. Sie fragt nicht zuerst: Was fehlt mir noch?, sondern: Was ist mir bereits geschenkt?
Liebe Mitchristen.
Dann spricht dieser Feiertag von Busse.
Das klingt zunächst weniger angenehm.
Doch das Wort Busse bedeutet biblisch nicht, sich kleinzumachen oder ständig ein schlechtes Gewissen zu haben oder sich selbst zu kasteien.
Busse bedeutet ganz einfach: umdenken, umkehren, die Richtung verändern.
Und interessant ist: Genau das tut der Samariter im Evangelium ganz wörtlich. Es heisst: „Einer von ihnen kehrte um.“
Er bleibt nicht einfach auf seinem bisherigen Weg. Er dreht sich um und geht zurück zu Jesus, der ihn heilte.
Vielleicht gibt es auch in unserem Leben Momente, in denen wir merken: So möchte ich eigentlich nicht weitermachen.
Vielleicht bin ich ungerecht geworden. Vielleicht habe ich einen Menschen verletzt. Vielleicht bestimmen Sorgen, Ärger oder Enttäuschungen mein Leben stärker, als mir guttut. Vielleicht ist mein Lebensstil einfach aus den Fugen geraten und nimmt destruktive Züge an.
Busse bedeutet dann: Ich kann die Richtung ändern.
Und schliesslich das Gebet.
Damit beginnt das Evangelium. Die zehn rufen: „Jesus, Meister, hab Erbarmen mit uns!“
Das ist bereits Gebet. Sogar ein sehr inniges, flehendes, bittendes Gebet.
Sie kommen mit ihrer Not zu Jesus.
Beten bedeutet nicht, Gott überreden zu müssen. Es bedeutet vielmehr, mein Leben vor ihn zu bringen und darauf zu vertrauen: Ich muss nicht alles allein tragen. Ich darf auch um etwas beten oder im Gebet um etwas bitten. Insbesondere dort, wo ich selbst nicht mehr weiterweiss.
Liebe Schwestern und Brüder.
Vielleicht ist dieser alte Feiertag deshalb erstaunlich modern.
Unsere Zeit bietet uns ungeheuer viele Möglichkeiten.
Aber Möglichkeiten allein geben noch keine Orientierung.
Vielleicht brauchen wir deshalb manchmal genau das:
Innehalten. Danken. Die eigene Richtung überprüfen. Und wieder neu auf Gott hören.
Der Bettag ist deshalb kein Feiertag der Vergangenheit.
Er ist ein Tag der inneren Orientierung. Der Reflexion. Ein Tag des Innehaltens und des Nachdenkens.
Und deshalb auch ein Feiertag für die Zukunft.
Amen.
Liebe Schwestern und Brüder!
Zehn Menschen werden geheilt. Aber nur einer kommt zurück.
Diese kleine Beobachtung im Evangelium passt recht gut zum Eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag.
Denn dieser Feiertag stellt uns drei Worte vor Augen: Dank, Busse und Gebet.
Beginnen wir mit dem Dank.
Die zehn Aussätzigen erhalten etwas, was ihr ganzes Leben verändert. Sie werden gesund. Sie können zurückkehren in ihre Familien und in die Gesellschaft.
Aber nur einer hält inne.
Nur einer merkt: Das ist nicht selbstverständlich.
Vielleicht liegt genau darin die Bedeutung von Dankbarkeit.
Sie lässt uns entdecken, dass vieles in unserem Leben eben nicht selbstverständlich ist.
Menschen, die uns begleiten. Gesundheit. Freundschaft. Frieden. Unsere wunderschöne Landschaft. Ein neuer Tag.
Wir leben in einer Zeit, in der uns ständig gezeigt wird, was uns noch alles fehlt. Was andere besitzen, erleben oder erreichen.
Und Dankbarkeit verändert diese Blickrichtung. Sie fragt nicht zuerst: Was fehlt mir noch?, sondern: Was ist mir bereits geschenkt?
Liebe Mitchristen.
Dann spricht dieser Feiertag von Busse.
Das klingt zunächst weniger angenehm.
Doch das Wort Busse bedeutet biblisch nicht, sich kleinzumachen oder ständig ein schlechtes Gewissen zu haben oder sich selbst zu kasteien.
Busse bedeutet ganz einfach: umdenken, umkehren, die Richtung verändern.
Und interessant ist: Genau das tut der Samariter im Evangelium ganz wörtlich. Es heisst: „Einer von ihnen kehrte um.“
Er bleibt nicht einfach auf seinem bisherigen Weg. Er dreht sich um und geht zurück zu Jesus, der ihn heilte.
Vielleicht gibt es auch in unserem Leben Momente, in denen wir merken: So möchte ich eigentlich nicht weitermachen.
Vielleicht bin ich ungerecht geworden. Vielleicht habe ich einen Menschen verletzt. Vielleicht bestimmen Sorgen, Ärger oder Enttäuschungen mein Leben stärker, als mir guttut. Vielleicht ist mein Lebensstil einfach aus den Fugen geraten und nimmt destruktive Züge an.
Busse bedeutet dann: Ich kann die Richtung ändern.
Und schliesslich das Gebet.
Damit beginnt das Evangelium. Die zehn rufen: „Jesus, Meister, hab Erbarmen mit uns!“
Das ist bereits Gebet. Sogar ein sehr inniges, flehendes, bittendes Gebet.
Sie kommen mit ihrer Not zu Jesus.
Beten bedeutet nicht, Gott überreden zu müssen. Es bedeutet vielmehr, mein Leben vor ihn zu bringen und darauf zu vertrauen: Ich muss nicht alles allein tragen. Ich darf auch um etwas beten oder im Gebet um etwas bitten. Insbesondere dort, wo ich selbst nicht mehr weiterweiss.
Liebe Schwestern und Brüder.
Vielleicht ist dieser alte Feiertag deshalb erstaunlich modern.
Unsere Zeit bietet uns ungeheuer viele Möglichkeiten.
Aber Möglichkeiten allein geben noch keine Orientierung.
Vielleicht brauchen wir deshalb manchmal genau das:
Innehalten. Danken. Die eigene Richtung überprüfen. Und wieder neu auf Gott hören.
Der Bettag ist deshalb kein Feiertag der Vergangenheit.
Er ist ein Tag der inneren Orientierung. Der Reflexion. Ein Tag des Innehaltens und des Nachdenkens.
Und deshalb auch ein Feiertag für die Zukunft.
Amen.
