Publiziert von: Oliver Stens
Bereitgestellt: 21.08.2026
Es ist schon ein besonderer Zufall: Kaum habe ich Anfang August meinen Dienst als neuer Pfarradministrator in Gersau begonnen, wird Gersau zum «Schweizer Dorf des Jahres 2026» gewählt.
Natürlich wäre es nach gerade einmal zwei Wochen ziemlich vermessen, wenn ich bereits erklären wollte, was Gersau ausmacht. Dafür kenne ich das Dorf und die Menschen, die hier leben, noch viel zu wenig. Aber erste Eindrücke darf man haben – und die sind ausgesprochen schön.
Natürlich wäre es nach gerade einmal zwei Wochen ziemlich vermessen, wenn ich bereits erklären wollte, was Gersau ausmacht. Dafür kenne ich das Dorf und die Menschen, die hier leben, noch viel zu wenig. Aber erste Eindrücke darf man haben – und die sind ausgesprochen schön.
von Oliver Stens,
Dass Gersau landschaftlich einen besonderen Reiz besitzt, ist kaum zu übersehen. Die Lage zwischen Rigi und Vierwaldstättersee, das milde Klima, das warme Tageslicht, die Berge und das Dorf unmittelbar am See bilden eine eindrückliche Kulisse. Wer hier neu ankommt, versteht jedenfalls recht schnell, weshalb Gersau gerne als die «Riviera der Zentralschweiz» bezeichnet wird.
Die Auszeichnung als schönstes Dorf lädt aber auch zu einer ganz anderen Frage ein: Was ist eigentlich Schönheit?
Wir Menschen fühlen uns vom Schönen geradezu angezogen. Eine Landschaft, ein Musikstück, ein Kunstwerk, eine Kirche oder manchmal auch nur ein besonderer Augenblick können etwas in uns auslösen. Schönheit muss man nicht erst erklären. Wir nehmen sie unmittelbar wahr. Sie berührt uns und versetzt uns ins Staunen.
Vielleicht hat Schönheit gerade deshalb auch eine religiöse Dimension.
Seit jeher haben Menschen das Schöne mit Gott in Verbindung gebracht. Im Schönen erfahren wir Menschen etwas, das über das Nützliche und Zweckmässige hinausgeht. Eine wunderbare Aussicht ist nicht deshalb schön, weil sie uns einen materiellen Vorteil bringt. Sie ist einfach schön – und wir dürfen uns an ihr freuen.
Für den christlichen Glauben ist die Schönheit der Welt deshalb auch ein Hinweis auf ihren Schöpfer. Wenn wir über den See schauen, die Berge im Abendlicht sehen oder im Frühling erleben, wie die Natur wieder aufbricht, kann etwas von dem aufscheinen, was die Bibel ganz am Anfang über Gottes Schöpfung sagt: «Gott sah alles an, was er gemacht hatte: Und siehe, es war sehr gut.» Vielleicht dürfen wir in diesem «sehr gut» auch etwas von der Schönheit der Schöpfung erkennen.
Vielleicht dürfen wir sogar sagen: Gott selbst kann letztlich nur schön sein. Nicht im oberflächlichen Sinn äusserer Schönheit. Sondern weil in Gott das Wahre, das Gute und das Schöne zusammengehören. Wo etwas wirklich schön ist, zieht es uns an, ohne uns zu zwingen.
Ab dem 1. September werde ich selbst im Pfarrhaus wohnen und damit auch ganz offiziell Gersauer Einwohner sein. Vom Pfarrhaus werde ich einen wunderbaren Blick auf die Kirche St. Marzellus und den See haben. Auch darauf freue ich mich natürlich.
Zur Wahl zum «Schweizer Dorf des Jahres 2026» gratuliere ich allen Gersauerinnen und Gersauern herzlich. Und als einer der ganz Neuen darf ich hinzufügen: Ich freue mich darauf, die vielen schönen Seiten dieses Ortes nach und nach kennenzulernen.
Und vielleicht erinnert uns diese Auszeichnung zugleich an etwas, das weit über Gersau hinausgeht:
Wo Schönheit uns staunen lässt, kann sie unseren Blick auch auf den richten, von dem alles Schöne seinen Ursprung hat.
Die Auszeichnung als schönstes Dorf lädt aber auch zu einer ganz anderen Frage ein: Was ist eigentlich Schönheit?
Wir Menschen fühlen uns vom Schönen geradezu angezogen. Eine Landschaft, ein Musikstück, ein Kunstwerk, eine Kirche oder manchmal auch nur ein besonderer Augenblick können etwas in uns auslösen. Schönheit muss man nicht erst erklären. Wir nehmen sie unmittelbar wahr. Sie berührt uns und versetzt uns ins Staunen.
Vielleicht hat Schönheit gerade deshalb auch eine religiöse Dimension.
Seit jeher haben Menschen das Schöne mit Gott in Verbindung gebracht. Im Schönen erfahren wir Menschen etwas, das über das Nützliche und Zweckmässige hinausgeht. Eine wunderbare Aussicht ist nicht deshalb schön, weil sie uns einen materiellen Vorteil bringt. Sie ist einfach schön – und wir dürfen uns an ihr freuen.
Für den christlichen Glauben ist die Schönheit der Welt deshalb auch ein Hinweis auf ihren Schöpfer. Wenn wir über den See schauen, die Berge im Abendlicht sehen oder im Frühling erleben, wie die Natur wieder aufbricht, kann etwas von dem aufscheinen, was die Bibel ganz am Anfang über Gottes Schöpfung sagt: «Gott sah alles an, was er gemacht hatte: Und siehe, es war sehr gut.» Vielleicht dürfen wir in diesem «sehr gut» auch etwas von der Schönheit der Schöpfung erkennen.
Vielleicht dürfen wir sogar sagen: Gott selbst kann letztlich nur schön sein. Nicht im oberflächlichen Sinn äusserer Schönheit. Sondern weil in Gott das Wahre, das Gute und das Schöne zusammengehören. Wo etwas wirklich schön ist, zieht es uns an, ohne uns zu zwingen.
Ab dem 1. September werde ich selbst im Pfarrhaus wohnen und damit auch ganz offiziell Gersauer Einwohner sein. Vom Pfarrhaus werde ich einen wunderbaren Blick auf die Kirche St. Marzellus und den See haben. Auch darauf freue ich mich natürlich.
Zur Wahl zum «Schweizer Dorf des Jahres 2026» gratuliere ich allen Gersauerinnen und Gersauern herzlich. Und als einer der ganz Neuen darf ich hinzufügen: Ich freue mich darauf, die vielen schönen Seiten dieses Ortes nach und nach kennenzulernen.
Und vielleicht erinnert uns diese Auszeichnung zugleich an etwas, das weit über Gersau hinausgeht:
Wo Schönheit uns staunen lässt, kann sie unseren Blick auch auf den richten, von dem alles Schöne seinen Ursprung hat.
