Abendrot

Gedicht Abendrot (Foto: Oliver Stens)
Wenn die Tage kürzer werden und die Natur sich langsam zurückzieht, öffnet sich der Blick für das, was bleibt. Ein Gedicht über die leisen Töne dieser besonderen Jahreszeit.
von Oliver Stens,








Abendrot

Der Wind geht leise durch die welken Bäume,
schon fallen Blätter in den Lebenstod.
Und Wolken ziehen wie vergangne Träume,
wenn Himmelsblau verglüht im Abendrot.

Ein letzter Vogel ruft aus kahlen Zweigen,
als schliefe alles, was den Sommer sang.
Die Wege strecken sich in ferne Weiten,
wo in den Tälern Nebel bleiern hang.

Still steht die Zeit in abendroten Stunden,
der Abend senkt sich, alles Dunkel bricht.
Ein Hauch von Abschied zieht durch tiefe Wunden,
und Sterne funkeln leis ihr ew'ges Licht.