Publiziert von: Oliver Stens
Bereitgestellt: 19.08.2026
Kurzpredigt zum Mittwoch der 20. Woche im Jahreskreis
19. August 2026
19. August 2026
von Oliver Stens,
Evangelium nach Matthäus (Mt 20,1–16)
In jener Zeit erzählte Jesus seinen Jüngern das folgende Gleichnis:
Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Gutsbesitzer, der früh am Morgen hinausging, um Arbeiter für seinen Weinberg anzuwerben. Er einigte sich mit den Arbeitern auf einen Denar für den Tag und schickte sie in seinen Weinberg.
Um die dritte Stunde ging er wieder hinaus und sah andere auf dem Markt stehen, die keine Arbeit hatten. Er sagte zu ihnen: Geht auch ihr in meinen Weinberg! Ich werde euch geben, was recht ist. Und sie gingen.
Um die sechste und um die neunte Stunde ging der Gutsherr wieder hinaus und machte es ebenso.
Als er um die elfte Stunde noch einmal hinausging, traf er wieder einige, die dort standen. Er sagte zu ihnen: Was steht ihr hier den ganzen Tag untätig? Sie antworteten: Niemand hat uns angeworben. Da sagte er zu ihnen: Geht auch ihr in meinen Weinberg!
Als es nun Abend geworden war, sagte der Besitzer des Weinbergs zu seinem Verwalter: Ruf die Arbeiter und zahl ihnen den Lohn aus, angefangen bei den Letzten bis hin zu den Ersten!
Da kamen die Männer, die er um die elfte Stunde angeworben hatte, und jeder erhielt einen Denar. Als dann die Ersten kamen, glaubten sie, mehr zu bekommen. Aber auch sie erhielten einen Denar.
Als sie ihn erhielten, murrten sie über den Gutsherrn und sagten: Diese Letzten haben nur eine Stunde gearbeitet und du hast sie uns gleichgestellt. Wir aber haben die Last des Tages und die Hitze ertragen.
Da erwiderte er einem von ihnen: Freund, dir geschieht kein Unrecht. Hast du nicht einen Denar mit mir vereinbart? Nimm dein Geld und geh! Ich will dem Letzten ebenso viel geben wie dir. Darf ich mit dem, was mir gehört, nicht tun, was ich will? Oder ist dein Auge böse, weil ich gut bin?
So werden die Letzten Erste sein und die Ersten Letzte.
Kurzpredigt:
Liebe Schwestern und Brüder
das heutige Evangelium provoziert.
Die einen arbeiten den ganzen Tag in der Hitze. Andere kommen erst am Abend dazu. Und trotzdem erhalten am Ende alle den gleichen Lohn.
Ist das gerecht?
Nach unserem menschlichen Empfinden wohl kaum. Wer mehr arbeitet, soll auch mehr bekommen. So funktioniert unsere Welt – und grundsätzlich ist das auch richtig.
Doch Jesus erzählt keine Geschichte über gerechte Lohnpolitik. Er spricht vom Reich Gottes.
Der Gutsherr sagt zu einem der Arbeiter: «Bist du neidisch, weil ich gütig bin?»
Genau darin liegt der entscheidende Satz.
Jesus zeigt uns einen Gott, dessen Güte grösser ist als unser menschliches Rechnen. Bei ihm geht es nicht darum, wer mehr geleistet hat, wer früher gekommen ist oder wer sich mehr verdient hat.
Gottes Güte oder Liebe ist kein Lohn. Sie ist Geschenk.
Vielleicht fällt uns das manchmal schwer. Wir vergleichen uns mit anderen: Was habe ich geleistet? Was bekommt der andere? Warum hat er es leichter als ich?
Das Evangelium lädt uns ein, den Blick zu verändern. Nicht ständig darauf zu schauen, was die anderen bekommen, sondern dankbar wahrzunehmen, was Gott mir persönlich schenkt.
Und vielleicht können wir dann auch grosszügiger werden gegenüber Menschen, denen etwas Gutes widerfährt.
Denn Gottes Güte wird nicht kleiner, wenn er sie auch anderen schenkt.
Sie reicht für uns alle.
Amen.
In jener Zeit erzählte Jesus seinen Jüngern das folgende Gleichnis:
Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Gutsbesitzer, der früh am Morgen hinausging, um Arbeiter für seinen Weinberg anzuwerben. Er einigte sich mit den Arbeitern auf einen Denar für den Tag und schickte sie in seinen Weinberg.
Um die dritte Stunde ging er wieder hinaus und sah andere auf dem Markt stehen, die keine Arbeit hatten. Er sagte zu ihnen: Geht auch ihr in meinen Weinberg! Ich werde euch geben, was recht ist. Und sie gingen.
Um die sechste und um die neunte Stunde ging der Gutsherr wieder hinaus und machte es ebenso.
Als er um die elfte Stunde noch einmal hinausging, traf er wieder einige, die dort standen. Er sagte zu ihnen: Was steht ihr hier den ganzen Tag untätig? Sie antworteten: Niemand hat uns angeworben. Da sagte er zu ihnen: Geht auch ihr in meinen Weinberg!
Als es nun Abend geworden war, sagte der Besitzer des Weinbergs zu seinem Verwalter: Ruf die Arbeiter und zahl ihnen den Lohn aus, angefangen bei den Letzten bis hin zu den Ersten!
Da kamen die Männer, die er um die elfte Stunde angeworben hatte, und jeder erhielt einen Denar. Als dann die Ersten kamen, glaubten sie, mehr zu bekommen. Aber auch sie erhielten einen Denar.
Als sie ihn erhielten, murrten sie über den Gutsherrn und sagten: Diese Letzten haben nur eine Stunde gearbeitet und du hast sie uns gleichgestellt. Wir aber haben die Last des Tages und die Hitze ertragen.
Da erwiderte er einem von ihnen: Freund, dir geschieht kein Unrecht. Hast du nicht einen Denar mit mir vereinbart? Nimm dein Geld und geh! Ich will dem Letzten ebenso viel geben wie dir. Darf ich mit dem, was mir gehört, nicht tun, was ich will? Oder ist dein Auge böse, weil ich gut bin?
So werden die Letzten Erste sein und die Ersten Letzte.
Kurzpredigt:
Liebe Schwestern und Brüder
das heutige Evangelium provoziert.
Die einen arbeiten den ganzen Tag in der Hitze. Andere kommen erst am Abend dazu. Und trotzdem erhalten am Ende alle den gleichen Lohn.
Ist das gerecht?
Nach unserem menschlichen Empfinden wohl kaum. Wer mehr arbeitet, soll auch mehr bekommen. So funktioniert unsere Welt – und grundsätzlich ist das auch richtig.
Doch Jesus erzählt keine Geschichte über gerechte Lohnpolitik. Er spricht vom Reich Gottes.
Der Gutsherr sagt zu einem der Arbeiter: «Bist du neidisch, weil ich gütig bin?»
Genau darin liegt der entscheidende Satz.
Jesus zeigt uns einen Gott, dessen Güte grösser ist als unser menschliches Rechnen. Bei ihm geht es nicht darum, wer mehr geleistet hat, wer früher gekommen ist oder wer sich mehr verdient hat.
Gottes Güte oder Liebe ist kein Lohn. Sie ist Geschenk.
Vielleicht fällt uns das manchmal schwer. Wir vergleichen uns mit anderen: Was habe ich geleistet? Was bekommt der andere? Warum hat er es leichter als ich?
Das Evangelium lädt uns ein, den Blick zu verändern. Nicht ständig darauf zu schauen, was die anderen bekommen, sondern dankbar wahrzunehmen, was Gott mir persönlich schenkt.
Und vielleicht können wir dann auch grosszügiger werden gegenüber Menschen, denen etwas Gutes widerfährt.
Denn Gottes Güte wird nicht kleiner, wenn er sie auch anderen schenkt.
Sie reicht für uns alle.
Amen.
